Kunst/Raum – Contemporary

Weißes Skelett/Bunter Staub
Philipp Benkert

Ausstellung 19.11.2021 – 23.04.2022

ACHTUNG: Die Vernissage findet pandemiebedingt zu einem späteren Zeitpunkt statt.

 

Zeitgenössische Interventionen in der
Arche Noah – Sammlung Kunst & Natur

Die „Arche Noah – Sammlung Kunst & Natur“ präsentiert eine neue Ausstellungsreihe in der zeitgenössische Künstler:innen in einen Dialog mit der Sammlung treten. Mit der Zielsetzung kommunikative Verbindungen zwischen dem Kunstraum und der Natursammlung der Arche Noah herzustellen und gleichzeitig neue Perspektiven auf Natur und museale Kultur zu eröffnen, werden naturkundliche Objekte und Tierpräparate in einen neuen zeitgenössischen Kunst-Kontext gesetzt. In Zusammenarbeit mit externen Kurator:innen entsteht ein Projekt durch das internationale Künstler:innen eingeladen werden temporär in den Dialog mit der Kunst- und Natursammlung des Museums zu treten.

Weißes Skelett/Bunter Staub
Philipp Benkert

Natur und Kunst erscheinen auf den ersten Blick als zwei getrennte Disziplinen. Dort, wo Wissenschaftler:innen versuchen, die Welt objektiv zu beschreiben und zu erklären, wollen Künstler:innen aus ihrer subjektiven Erfahrung heraus nachbilden, in Frage stellen und neu erschaffen. In der „künstlerischen Forschung” steht zum Beispiel ein wissenschaftlich anmutender, methodisch geleiteter Rechercheprozess im Mittelpunkt. In den Naturwissenschaften wiederum wächst das Bewusstsein dafür, dass die Ergebnisse dieser Disziplin auch Gegenstand von gesellschaftlichen Diskursen und künstlerischen Deutungen werden können. Der „Kunst/Raum Contemporary” macht es sich zur Aufgabe diesen Ansatz synergetisch und synästhetisch zu unterstützen.

Die Ausstellung „Weißes Skelett/Bunter Staub“ von Philipp Benkert beschäftigt sich mit der Beschaffenheit der Fotografie als Abbild. Seine Werke treten in einen Dialog mit dem Ausstellungsort selbst und regen die Besucher:innen dazu an, ihre Beziehung indirekt-direkt von Mensch zur Welt (Natur) zu überdenken. Die Arbeiten untersuchen Gegenständlichkeit und Abstraktion und richten den Blick auf die Materialität und Immaterialität, die das Medium Fotografie suggeriert. Dabei beschäftigt sich Benkert mit der Unterscheidung zwischen „natürlich“ und „künstlich“, d.h. zwischen dem, was auf menschliche Einwirkung zurückgeht, und dem, was auch ohne den Menschen „da wäre”.
Benkert präsentiert in dieser Serie den Betrachter:innen serielle Makroaufnahmen künstlicher Aquarium-Pflanzen. Unter forensischen Gesichtspunkten wird dabei eine letzte Ebene deutlich. Die Arbeiten offenbaren die Natur der Künstlichkeit und machen die Spuren des Fertigungsprozesses sichtbar. Die Rückstände, Farbigkeit und Künstlichkeit der Pflanzen entziehen der Fotografie hierbei den Anspruch, Vergängliches in Überzeitliches einzufrieren. Die Vorstellung von Farbigkeit der Pflanzen wird den Vorstellungen von Farben angepasst. Die überspitzte und überreizte Farbigkeit der künstlichen Pflanzen setzt dem menschlichen Anspruch zur Wiedergabe von Natur eine Übernatur entgegen und unterstützt so die Künstlichkeit des Objektes selbst. Denn tatsächlich ist die Darstellung von Natur so überreizt, dass die Pflanzen selbst ihren Anspruch an Natürlichkeit verlieren.

Wann wird Natur noch als Natur wahrgenommen und wo ist die Grenze ins Künstliche?
Unter den Dingen, mit denen wir in direkten Kontakt kommen, ist das in „Reinform Künstliche“ ebenso rar wie das in „Reinform Natürliche“. Was wir kennen, ist eine Kombination aus beidem, denn mehr oder weniger alle uns in der Alltagserfahrung begegnenden Dinge fallen in eben diesen Bereich, selbst wenn wir sie – fälschlicher oder unbedachter Weise – dem „Natürlichen“ zuordnen. So sind nicht nur die künstlichen, sondern auch die natürlichen Blumen aus dem (echten) Blumenladen meist im künstlich beheizten Gewächshaus und möglicherweise in einer Nährstoffampulle unter Zusatz von Kunstdünger gewachsen. Unter Umständen verdankt sogar die ganze Gattung ihre Existenz züchterischen Bemühungen um ästhetische Attraktivität, Haltbarkeit und Wirtschaftlichkeit.

Der Künstler

Philipp Benkert  (*1989) lebt und arbeitet in Offenbach. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, an der School of Fine Arts in Athen und an der Akademie der Bildenden Künste in München „Freie Kunst“ bei Julian Rosefeldt und Hermann Pitz. Benkert absolvierte als Meisterschüler sein Studium bei Prof. Florian Pumhösl und wirkte bei der Salzburger Sommerakademie bei Michael Beutler und wurde unterstützt von der Studienstiftung des Deutschen Volkes. In seinen Arbeiten beschäftigt sich Philipp Benkert sowohl mit dem Verhältnis zwischen Subjekten zu ihren Wahrheiten und Ideologien als auch mit dem Spannungsfeld des dichotomischen Denkens zwischen Natur und Technik. Benkert nimmt an zahlreichen Ausstellungen im  In- und Ausland teil darunter in Wien, München, Athen und  Los Angeles.

Die Kuratorin

Sophie-Charlotte Bombeck  (*1991) lebt und arbeitet als Kunsthistorikerin und Kuratorin in München und Lindau. Sie ist die Künstlerische Leiterin der 1. Lindau Biennale 2022 und ist seit 2018 Direktorin des Kunstraum „super+Centercourt“ in München. Bombeck forscht und publiziert zu theoretischen Fragestellungen zeitgenössischer Kunst, insbesondere zum Verhältnis von Kunst und Wissenschaft, Politik, Gesellschaft und Kritik. Sie kuratierte zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, darunter in München Istanbul und Athen sowie in Wuhan und  Shenzhen (China).

Öffnungszeiten

Freitag 16:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Für erweiterte Öffnungszeiten sowie individuelle Öffnungszeiten informieren Sie sich bitte auf unsere Webseite www.arche-noah-museum.at

Es gelten grundsätzlich die aktuellen Covid-19-Schutzmaßnahmen Österreichs.

“Der Besuch im Museum war ein voller Erfolg – es wurde in den höchsten Tönen darüber gesprochen!! Die Organisation hat bestens geklappt, sowie auch die Führung und das Museum ist sowieso großartig! Ich hoffe, es gibt noch viele weitere Führungen für unsere Gäste.”
Monika Jochum, Sporthotel Lorünser, Zürs

Wann & Wo
Jeden Donnerstag vom Arlberg nach Hohenems und zurück.

Abholort & Zeitplan
• Lech – Abfahrt vom Hotel Post: 13:30 Uhr
• Zürs – Abfahrt vom Sporthotel Lorünser: 13:50 Uhr
• St. Christoph – Abfahrt vom Arlberg Hospiz Hotel: 14:10 Uhr

Führung durch das Museum
15:00 bis 16:45 Uhr

Rückkehr ins Hotel
Zwischen 17:45 und 18:30 Uhr

Anmeldung
Bis spätestens Dienstag 17:00 Uhr
Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen pro Führung begrenzt.